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Gründungsgeschichte
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Jahreszahl
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Ereignis
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1962-1972
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David und Marie-Luise Röschli leben mit ihren vier Kindern in Äthiopien.
Während dieser Zeit adoptieren sie sechs äthiopische Waisenkinder.
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1975
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Rückkehr in die Schweiz als Großfamilie
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1984
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Zahai Röschli, das älteste der Adoptivkinder, besucht ihre ehemalige Heimat, die von einer großen
Hungersnot heimgesucht wird, kehrt erschüttert in die Schweiz zurück und äußert den Wunsch, in Äthiopien ein Waisenhaus aufzubauen.
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1985
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Gründung des Vereins "Kinderheim Selam" in der Schweiz. Zahai schlägt ihren Wohnsitz in Addis
Abeba auf. Zielstrebig verhandelt sie mit der kommunistischen Regierung und bekommt zum Bau eines Waisenhauses am Stadtrand 30.000 m² zur
Verfügung gestellt. David Röschli arbeitet in der Schweiz die Pläne für das Waisenhaus und die Infrastruktur aus. In zähen Verhandlungen erlangt Zahai die Bewilligung, alles Baumaterial, Kleider, Lebensmittel usw. zollfrei einführen zu dürfen. Im Mai verlässt der erste Schiffscontainer die Schweiz.
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1986
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Am 16. Januar wird der Grundstein für das Hauptgebäude gelegt. Am 16. Juli
ziehen die ersten 19 Knaben und 13 Mädchen ein. Weitere 15 Kinder werden wegen der großen Not aufgenommen. Von World Vision übernimmt das Selam weitere 22 Kinder. Bis Ende des Jahres ist die Selam-Familie auf 69 Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren angewachsen.
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1987
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Am 9. Mai ist offizielle Eröffnungsfeier in Anwesenheit hoher äthiopischer
Regierungsbeamter, des Schweizer Botschafters und vieler Ehrengäste. Aus den aus der Schweiz gesandten Containern werden Küche Büros, Werkstätten und Andachtsraum gebaut. Ein Hühner- u. ein Kuhstall für die angestrebte Selbstversorgung folgen. Ein Schulhaus mit 4 Klassenräumen für die 69 Selamkinder ist das nächste Bauvorhaben. Die Staatsschulen sind überfüllt, der Unterricht miserabel. David besucht im Dezember das Kinderheim, um die von ihm geplanten Projekte zu begutachten. Zahai hat Hervorragendes geleistet! 129 Kinder leben im Selam.
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1988
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David Röschli siedelt ins Selam um, um für die Selam-Jungen und Jungen von anderen Waisenhäusern ein
Berufsausbildungszentrum zu bauen und ihnen damit eine
Existenzgrundlage zu bieten. Bau der Sanitätsstation (ambulante Klinik), zu der die Schweizer Regierung finanzielle Hilfe gibt. In der eigenen Schule werden bereits 343 Kinder vom Selam und der näheren Umgebung in den Klassen 1 - 6 unterrichtet.
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1989
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David und Marie-Luise Röschli ziehen ins Selam. Die äthiopische Regierung stellt 400.000 m² Land zum
Bau der Berufsschule 2 km vom Kinderheim entfernt zur Verfügung. David entwirft die Pläne für alle geplanten Gebäude (Werkstätten, Schlafhäuser, Büros, Cafeteria usw.), die
von der Regierung gebilligt werden. Zufahrtsstraße, Brücke, erste Straßen im Areal entstehen, der Bau der Lehrwerkstätte für die erste Schlosserklasse beginnt. Beim Kinderheim
wird ein großer Gemüsegarten angelegt. Eine amerikanische Mission bohrt im Selam-Areal nach Wasser. In 124 m Tiefe wird sie fündig.
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1990
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Trotz Zement- und Treibstoffknappheit, Transportproblemen mit den Containern
usw. gehen die Bauarbeiten voran. Die ersten vier Gebäude sind errichtet und wellblechgedeckt, das Areal umzäunt, 400 Obstbäume gepflanzt. 100 Mitarbeiter sind auf dem Bau beschäftigt. In der Schweiz werden Maschinen und Werkzeuge für die Schlosserlehrlinge verladen. Kindergarten und 7. und 8. Klasse werden eröffnet (insgesamt jetzt 804 SchülerInnen). Ein Babyhaus für die Findelkinder wird geplant, weitere Mitarbeiterhäuser werden gebaut.
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1991
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Ein Schlossermeister mit Familie und ein Baufachmann und seine Frau treffen im Selam ein. Juni: Sturz
der kommunistischen Regierung. Die Mitarbeiterfamilien kehren vorübergehend wegen der gespannten Lage in die Schweiz zurück. In
Äthiopien nimmt das Flüchtlingselend tragische Ausmaße an. Durch eine spezielle Hungerhilfe-Aktion wird eine Sofortmaßnahme durch Abgabe von Lebensmitteln, Wolldecken für einige tausend Menschen in die Wege geleitet. Ein Mechanikermeister für das Berufsbildungszentrum und seine Frau als Leiterin des Babyhauses mit 24 Betten werden von einem Schweizer Hilfswerk zur Verfügung gestellt. Ein großes Treibhaus und das Geld für einen modernen Kuhstall erhält das Selam geschenkt. Im September ziehen die ersten Säuglinge ins Babyhaus ein. Oktober: Ein äthiopischer Christ wird als Schulleiter angestellt. Das Verwaltungsgebäude, das Klassengebäude und Lehrwerkstatt 1 sind einzugsbereit. 6 Selam-Jungen und 12 Auswärtige beginnen die Schlosserlehre. November: 62 Flüchtlingskinder werden zusätzlich aufgenommen. Insgesamt sind 203 Kinder und Jugendliche im Selam.
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1992
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Immer wieder gibt das Selam Nahrungsmittel, Kleider und Wolldecken an Ex-Soldatenfamilien und
Flüchtlinge weiter. Im Juli findet die 1. Christliche Waisenkinder-Union-Konferenz mit 350 Teilnehmern im Selam statt. Der Bau einer Kapelle wird begonnen. In der Selam-Klinik
werden durchschnittlich 690 Patienten
pro Monat ambulant gepflegt. Im Oktober ziehen 59 Schlosser- und Maschinenmechanikerlehrlinge im Zentrum ein. Schlafhaus und Werkstatt 2 werden mit Verzögerung fertig. Die schweizerischen Lehrmeister lernen äthiopische Assistenten an. Die niederländische Regierung stellt einen Gewerbeschullehrer zur Verfügung. Die Herstellung von Pflügen, Wassertanks, Eselswagen u.a. gehört zum Lehrprogramm. Die Cafeteria wird gebaut.
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1993
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Ein Gymnasium (9.-12. Klasse) wird geplant, der Bau begonnen. Die Staatsschulen werden schlechter.
Insgesamt 1043 Kinder besuchen die Selam-Schule. Der Gemüsebau beansprucht 5 ha Land. Milch, Butter, Hüttenkäse, Eier, Gemüse, Blumen aus eigener Produktion finden guten
Absatz in der Stadt.
Oktober: 99 Lehrlinge wohnen und arbeiten im Zentrum. Zwei große Werkhallen, das zweite Schlafhaus werden gebaut, die Cafeteria in Betrieb genommen. Viele Arbeitsaufträge: Fischerboote, Turbinen, Getreidemühlen, Ölpressen, Bioglasglocken u.a. Leute werden im Herstellen von Zementziegeln und zementstabilisierten Erdblocks angelernt, die Maschinen dazu im Zentrum angefertigt. Die meisten Häuser im Zentrum werden mit eigenen Ziegeln gedeckt. Das Mädchen-Ausbildungszentrum wird geplant.
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1995
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4. Februar: Gründung des deutschen Vereins "Äthiopische Kinderhilfe SELAM e.V.".
Dezember 95: 18 Waisen im Babyhaus, 127 im Kinderheim, davon 45 im Berufsausbildungszentrum; zusätzlich 111 Jugendliche im Ausbildungszentrum aus anderen Waisenhäusern; daneben Erwachsenenbetreuung und Unterrichtung vieler weiterer äthiopischer Kinder; Gesamtzahl der Schüler: 1005
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1996
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26./27.4.: Jubiläumsfeier und Eröffnung des Gymnasiums; Pilotprojekt der
UNESCO: Herstellung von 225 Handmühlen im Ausbildungszentrum, Bau von 200 Getreidemühlen und 800 Mahlsteinen; Beginn der Arbeit im Mädchenausbildungszentrum mit dem Ziel: Führung eines internationalen Haushalts; Weiterbildung zur Köchin möglich.
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1997
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23. August: 33 junge Männer beenden ihre vierjährige Lehrzeit mit Erfolg und finden fast alle eine
Arbeitsstelle; Möglichkeit einer einjährigen Weiterbildung zum Werkzeugmeister.
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1998
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Erster Abschluß des “12 plus 2 Ausbildungsprogramms”; Gemeinschaftssolarkocher
- und Adopt-a-Garden-Programme werden gestartet.
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1999
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Dr. Negasso Gidada, Präsident der Bundesrepublik Äthiopien, stattet dem STVC
einen offiziellen Besuch ab und ist sehr beeindruckt von der dort gezeigten Leistung.
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2000
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Die Ausbildung erhält die volle staatliche Anerkennung, worum man sich 10 Jahre lang bemüht hat.
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2001
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Das SELAM wächst weiterhin, es werden 39 Kinder und 1 Baby zusätzlich aufgenommen, ein Mitarbeiterhaus wird deshalb zum Kinderhaus umgebaut.
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2002
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Der amerikanische Botschafter besucht das SELAM und bestellt für das UNHCR (UN-Flüchtlingskommision) 50 Handmühlen, die im SELAM entwickelt und hergestellt werden.
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2003
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Spatenstich für SELAM II. Es soll vor allem Kindern dienen, deren Eltern an Aids verstorben sind. Das Babyhaus wird zum Kinderhaus umgebaut, da vom Sozialamt keine Babys mehr an das SELAM vermittelt werden.
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2004
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Das erste Haus im SELAM II ist fertig, 25 Kinder ziehen ein, an den Eröffnungsfeierlichkeiten nehmen u.a. der äthiopische Staatspräsident und der Schweizer Botschafter teil.
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2005 |
Ein Generationswechsel bahnt sich im SELAM an, Marie-Luise und David Röschli arbeiten ihre Nachfolger, das Ehepaar Corinne und Markus Büchler ein. Sowohl der SELAM-Verein in Pfungen/Schweiz als auch der Deutsche SELAM-Verein haben nun neue Vorstände.
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2006 |
Unruhen im Lande nach
einer Wahl wirken sich
auch auf das SELAM aus.
In Winterthur findet
anlässlich des
20jährigen Bestehens des
Schweizer Vereines eine
große Veranstaltung
statt ,u.a. ein
Sponsorenlauf mit Haile
Gebreselassie, der
eigens für das Selam aus
Äthiopien anreist.. |
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2007
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Corinne und Markus
Büchler lösen nun
Marie-Luise und David
Röschli als Leiter ab.
Im Selam wird eine
Verzinkerei gebaut, Am
12. September wird auch
im Selam der Beginn des
neuen Millennium
gefeiert.: Das
äthiopische Jahr 2000
beginnt (Julianischer
Kalender). Die Preise im
Land sind stark
angestiegen.
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2008 |
Die
weltweite
Preissteigerung macht
sich vor allem in
Äthiopien bemerkbar, die
Preise für Teff sind um
das vierfache
angestiegen, die
Menschen geben ihr wenig
verdientes Geld nur noch
für Nahrung aus. Auch
das Selam ist davon
massiv betroffen und
stellt die
Verantwortlichen im
Selam vor große
Herausforderungen. Der
deutsche und der
schweizerische
SELAM-Verein arbeiten
nun sehr eng zusammen,
um die Eigenkosten zu
senken. |
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2009 |
In Deutschland startet
eine
Spendenhäuschen-Aktion
um das Selam bekannter
zu machen. |
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2010 |
David Röschli, der
Selam-Papi verstirbt im
Alter von 76 Jahren in
der Schweiz. Er hielt
sich dort aus
gesundheitlichen Gründen
auf. David Röschli war
der Motor der
Ausbildungsstätte, seine
Erfindungen und
Konstruktionen machten
das Selam in ganz Afrika
bekannt.
Das Selam steht nun
erstmals unter
äthiopischer Leitung:
Ato Zenebe übernimmt die
Gesamtleitung von Markus
und Corinne Büchler, die
Beiden kehren in die
Schweiz zurück. |
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2011 |
25
Jahre, das SELAM feiert
ein Vierteljahrhundert
seit Entstehen des
ersten Gebäudes im Jahre
1986. In der Schweiz
wird dies in Winterthur
mit einem SELAM-Tag
würdig gefeiert,
ehemalige SELAM-Kinder
berichten aus ihrer
SELAM-Zeit, Marie-Luise
und Zahai Röschli
erzählen Anekdoten und
Geschichten aus dem
SELAM. |